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7 Die riskante Wette auf ewiges Wachstum

7 Die riskante Wette auf ewiges Wachstum

14m 22s

Herbert und Mara nehmen sich die selbstverständlichste Erwartung der modernen Wirtschaft vor: dass sie wächst. Herbert erklärt, wie tief diese Annahme sitzt — Renten, Kredite, Staatshaushalte, ganze politische Versprechen rechnen fest mit dem Zuwachs von morgen. Mara hält das für den Normalfall: Wächst eine Wirtschaft nicht einfach, wenn man sie lässt? Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Über fast die gesamte Menschheitsgeschichte wuchs so gut wie nichts; was eine Generation erwirtschaftete, zehrte die nächste auf, und mehr Wohlstand bedeutete bloß mehr Menschen, die ihn teilten. Erst seit rund zweihundertfünfzig Jahren wächst der Wohlstand anhaltend — ein historischer Ausnahmezustand, keine Naturkonstante....

6 Marktgleichgewicht ist ein Lineal kein Foto

6 Marktgleichgewicht ist ein Lineal kein Foto

12m 53s

Herbert und Mara kommen zum Herzstück der Lehrbuchökonomie: dem Marktgleichgewicht. Herbert erklärt das elegante Bild — Angebot und Nachfrage treffen sich in einem Punkt, dem Preis, der den Markt räumt: Jeder, der zu diesem Preis kaufen will, findet einen Verkäufer, und umgekehrt. Wird der Markt gestört, pendelt er, so die Annahme, von selbst dorthin zurück. Der Markt in Ruhe. Mara fragt nach: Wenn Märkte immer ins Gleichgewicht zurückfinden — warum hat sie dann noch nie einen erlebt, der wirklich stillhält? Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Das Gleichgewicht ist ein Standbild, kein Zustand. Reale Märkte ruhen fast nie; sie schießen...

5 Warum wir keine kühlen Rechenmaschinen sind

5 Warum wir keine kühlen Rechenmaschinen sind

26m 8s

Herbert und Mara nehmen sich die Figur vor, auf der die halbe Wirtschaftstheorie ruht: den vollkommen rationalen Menschen. Herbert beschreibt den homo oeconomicus der Lehrbücher — ein Wesen, das alle Informationen kennt, alle Folgen durchrechnet und stets die beste Wahl trifft. Mara stutzt: So entscheidet doch niemand, den sie kennt. Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Kein Mensch verfügt über vollständige Information, unbegrenzte Zeit und grenzenlose Rechenkraft. Der Nobelpreisträger Herbert A. Simon nannte das die begrenzte Rationalität: Wir maximieren nicht, wir nehmen das erste, das gut genug ist — wir suchen nicht das Beste, sondern das Ausreichende. Wir arbeiten mit...

4 Warum Märkte ohne soziales Vertrauen kollabieren

4 Warum Märkte ohne soziales Vertrauen kollabieren

24m 34s

Herbert und Mara stellen die Frage, die unter allen vorigen liegt: Was ist ein Markt eigentlich? Herbert räumt mit dem verbreiteten Bild auf, der Markt sei ein Stück Natur — ein Ort, der von selbst entsteht, sobald der Staat nur beiseitetritt. Das Gegenteil ist wahr. Kein Tausch ohne Regeln: Damit zwei Fremde überhaupt Geschäfte machen können, braucht es Eigentum, das anerkannt wird, Verträge, auf die man sich verlassen kann, ein Geld, dem beide vertrauen, und eine Instanz, die einspringt, wenn einer bricht, was er versprochen hat. Mara wendet ein, was viele denken: Der freie Markt sei doch gerade die Abwesenheit...

3 Was uns das Preisschild verschweigt

3 Was uns das Preisschild verschweigt

23m 29s

Herbert und Mara wenden sich dem Begriff zu, den fast jeder für die Lösung hält: dem Wettbewerb. Herbert erklärt die vertraute Erzählung — Wettbewerb hält Märkte offen, sorgt für Vielfalt, drückt die Preise und verhindert, dass einer zu mächtig wird. Mara nimmt ihn beim Wort: Dann müsste ein Markt mit echtem Wettbewerb doch immer bunter werden, nicht enger. Genau hier kippt die Sache. Denn Wettbewerb erzeugt regelmäßig das Gegenteil dessen, was er verspricht: Konzentration. Wer einmal vorn liegt, zieht weiter davon. Jeder neue Nutzer macht eine Plattform wertvoller, was neue Nutzer anzieht; wer mehr verkauft, produziert billiger und kann den...

2 Warum Wettbewerb zwangsläufig zu Giganten führt

2 Warum Wettbewerb zwangsläufig zu Giganten führt

8m 11s

Herbert und Mara wenden sich dem Begriff zu, den fast jeder für die Lösung hält: dem Wettbewerb. Herbert erklärt die vertraute Erzählung — Wettbewerb hält Märkte offen, sorgt für Vielfalt, drückt die Preise und verhindert, dass einer zu mächtig wird. Mara nimmt ihn beim Wort: Dann müsste ein Markt mit echtem Wettbewerb doch immer bunter werden, nicht enger. Genau hier kippt die Sache. Denn Wettbewerb erzeugt regelmäßig das Gegenteil dessen, was er verspricht: Konzentration. Wer einmal vorn liegt, zieht weiter davon. Jeder neue Nutzer macht eine Plattform wertvoller, was neue Nutzer anzieht; wer mehr verkauft, produziert billiger und kann den...

1 Warum perfekte Effizienz uns verletzlich macht

1 Warum perfekte Effizienz uns verletzlich macht

14m 3s

Nachdem „Der Stand des Wassers" das Werkzeug eingeführt hat, nehmen Herbert und Mara den ersten Begriff unter die drei Linsen: die Effizienz. Herbert erklärt, wie eine einzige Logik ein halbes Jahrhundert lang die Produktion der Welt geordnet hat — Just-in-Time: der günstigste Fertigungsort, der eine Zulieferer, das kleinstmögliche Lager, der kürzeste Weg vom Bauteil ans Band. Mara hält dagegen, was jeder zuerst denkt: Was soll daran falsch sein? Effizienz heißt doch, mit weniger mehr zu erreichen. Genau hier öffnet sich der Widerspruch. Dieselbe Optimierung, die ein System billig macht, macht es verwundbar. Fällt ein einziges kleines Teil aus — ein...

0 Der Stand des Wassers

0 Der Stand des Wassers

24m 14s

„Der Stand des Wassers" ist der Einstieg in einen Podcast, der in 76 Folgen Wirtschaft erklärt. Herbert und Mara stellen zunächst das Werkzeug vor, mit dem analysiert wird: die drei Linsen Markt, Institutionen und Macht. Herbert erklärt, dass man dasselbe wirtschaftliche Geschehen durch drei Brillen zugleich betrachten muss — was der Markt aus Angebot, Nachfrage und Preisen erzeugt; welche Regeln, Verträge und Institutionen ihm überhaupt erst seinen Rahmen geben; und wer am Ende die Macht hat, diese Regeln zu schreiben und damit zu bestimmen, wer gewinnt. Erst im Zusammenspiel der drei Linsen wird sichtbar, was jede einzelne übersieht. Darüber liegt...